Meine Freundin reist durch Indien. Meine liebste Herzensseele hat hier in Deutschland alles aufgegeben und ist mit einem Rucksack los gezogen, ins tiefste Indien. Wir sind verbunden, energetisch, unsere Seelen fliegen immer wieder ein Stück zusammen. Über ihren Blog kann ich auch tatsächlich ein bisschen mit dabei sein. Ich lese Wort für Wort, vibriere, leide, falle und stehe mit ihr zusammen wieder auf.

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Manchmal spüre ich noch etwas anderes aufsteigen, während ich lese. Sehnsucht. Nach einem anderen Leben, nach Freiheit, Menschen… und Verbundenheit. Beim Aufschreiben dieser Zeilen sitzt meine Tochter an ihrem kleinen Tisch und knetet, ruft mir immer wieder zu, ich solle mal gucken. Der Wäscheständer steht neben uns, voll beladen und wartet auf eine Erleichterung. Mein Kopf ist zum Bersten voll von Ideen, Projekten und meine Seele ruft nach Verwirklichung und Leben. Heute Abend, sage ich zu mir selbst, heute Abend setzt du dich hin und schreibst, planst oder kreirst.

Heute Abend sitze ich wie ein Stein auf der Couch, leer und regungslos – gucke zum hundersten Mal eine Folge Gilmore Girls.

Ich lasse die letzten Monate Revue passieren. Mein Leben steht nicht still. Ich verwirkliche mich, aber immer nur in einem begrenzten Rahmen. Ich sehe die Stäbe um mich herum. Sie sind schon aufgebogen. Ich müsste nur durchgehen. Auch das schrieb meine liebe Indienreisende neben ihren Blog. Sie ist hindurchgegangen. Ich noch nicht. Jetzt ist nicht meine Zeit. Ich warte… darauf, dass meine Tochter größer wird, darauf, dass ich einen Partner habe, der all die Dinge mit mir zusammen erlebt, darauf, dass ich den Mut habe, die Komfortzone zu sprengen. Noch vor einem Jahr, war ich mir sicher, dass es aus diesen selbst errichteten Stäben keinen Ausweg für mich gäbe.

Vor einiger Zeit habe ich aber etwas erkannt. Dieser Gedanke den ich jetzt mit dir teilen möchte, lässt mich innerlich ganz ruhig werden und Frieden mit dem jetzigen Moment schließen.

Das Leben will fließen. Nicht durch äußeren oder inneren Druck hervorgequetscht werden. Nichts muss forciert werden. Das einzige was zu tun ist, ist der Seele Freiraum zu geben. Jeden Moment der aufkommt, anzunehmen und das beste daraus zu machen, was gerade möglich ist. Genießen, fließen lassen, los lassen, aufsehen, Augen schließen und tun, was gerade das Herz wärmt.

Ich bin nicht was ich habe. Ich bin nicht was ich tue. Ich bin nicht das, was andere in mir sehen.

Ich bin.

Und durch dieses einfache „Sein“ ergeben sich wunderbare Möglichkeiten im Leben, es kann tiefe Heilung geschehen und jeder Tag kann zu einer erfüllenden Reise werden.

Bewusste Offenheit. Jeder von uns lebt seine Reise – jeden Tag. Es zählt nicht, wie aufregend das Leben der anderen ist, es zählt, wie sehr wir unsere eigene Reise genießen.

Und noch was:

Sabrina, mein Herz ist immer bei dir <3!

Falls ihr auch mal auf Indiens Straßen dabei sein wollt, schaut mal hier:

https://abhaijoti.wordpress.com/

One thought on “In einem anderen Leben

  1. Man hat immer sich selbst dabei. Egal, wo man ist auf der Welt. Egal, auf welcher Reise man sich befindet. Ja, das einzige, was zählt, ist der Moment im Hier und Jetzt. Augen zu und spüren. Wir wachsen in jedem Moment, ob bewusst oder unbewusst.

    Ich fühle dein Herz so nah bei mir und meins ist auch bei DIR ❤

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