Ich verstehe die Pflanzen, Tiere und uns Menschen als einen großen, lebendigen Organismus, welcher seinen Platz in einem noch größeren Organismus hat – dem Kosmos. Alles wirkt zusammen.

Jeder Atemzug eines Menschen durchfließt einen Kreislauf, von der äußeren Welt, in die Lungen, ins Blut, ins Herz, den ganzen Körper, zurück in die Lungen und wieder raus in die Welt. Wir nehmen also, mit unserem Atem auch immer ein Stück von der Umwelt in uns auf und geben beim Ausatmen einen Teil von uns zurück in diese Welt.

Auch unser Planet selbst hat viele verschiedene Kreislaufsysteme. Eines davon sind die Jahreszeiten. Im Frühling bereitet sich alles zum neuen Erblühen vor, im Sommer sprüht das Leben nur so bis der Herbst kommt und sich alles in tausenden Farben leuchtend, in sich zurück zieht, um dann im Winter zu ruhen – bis der nächste Frühling kommt.

Kraft kann nur entstehen, wenn auch das Ruhen seinen würdigen Platz hat. 

Das Leben ist nicht konzipiert, um nur zu powern. Unsere männlich bestimmte Welt – und das ist sie wahrlich bis heute – traut sich viel zu selten die weibliche Seite zu Leben. Und zwar die Frauen ebenso wenig wie die Männer. Klar brauchen wir die männlichen Qualitäten sehr – das kraftvolle Tun, das zielorientierte Anpacken, die Aktivität und auch die Struktur und das Schützende. Jedoch ist diese Seite für sich allein stehend ein Pulverfass, dass nur zu einer Ausgebranntheit führen kann.

Es wird Zeit, dass wir Menschen wieder lernen, in die Natur zu sehen und uns die weiblichen Qualitäten bei ihr abzuschauen.

Es gibt keinen besseren Lehrmeister, als die Natur selbst – und dass ganz einfach bei einem Spaziergang durch Wald und Wiese.

Keine Blüte wird immer nur offen sein und in voller Pracht blühen. Sie wird sich nach ihrer Farbenpracht wieder in sich selbst zurück ziehen und ruhen. Kräfte sammeln, für ein erneutes Blühen, zur rechten Zeit. Bei einem deiner nächsten Spaziergänge gehe mal an ein Gewässer. Ich beobachte so gerne unseren kleinen Bach. Das Wasser fließt plätschernd um alle Hindernisse herum. Sanft und weich gleitet es über Stock und Stein. Berührt wird dabei alles, ganz tief bis zum Grund. Doch nichts wird mitgerissen oder gewaltsam verändert. Erst ein Gewässer, das ein Zuviel an dieser weiblichen Qualität hat, wird zu einem reißenden Strom.

Erlaube dir, die weiblichen Qualitäten in dir zu spüren und zu fördern. Du darfst Ruhen, ohne schlechtes Gewissen, nur so wirst du überhaupt wieder Kräfte aufkeimen spüren. Lade die Freude und die Kreativität in dein Leben ein. Es muss nicht immer alles „sinnvoll“ sein, was wir machen. Es darf einfach Spaß machen. Das Herz erfreuen und eine gute Zeit bringen. Singen, tanzen, malen, schreiben, lesen, kochen – alles ist richtig. Die Liebe wieder fühlen zu lernen und sie weiter zu geben, ohne etwas zurück zu fordern, ist ein weiterer Schritt.

Für mich ist das ein ganz großes Thema. Ich habe sehr lange fast ausschließlich meine männliche Seite gelebt, immer nur gepowert und ein ganz miserables Gefühl gehabt, wenn ich mal etwas „nur so“, zur Freude oder zum Ausruhen gemacht habe. 

Heute bin ich schon ein gutes Stück ausbalancierter. Trotzdem muss ich mich immer wieder zurück erinnern, dass alles Zyklen unterliegt. Einfach alles, vom unfassbar großen Universum bis zum kleinsten Mikroorganismus hat alles seine Auf- und Ab-Phasen, Ruhen und Aktiv sein, Ebbe und Flut. Am besten erinnere ich mich immer daran, wenn ich einfach mitten rein gehe in die Natur.

Alles hat seine Zeit

Es gibt nichts heilsameres als ein achtsamer Aufenthalt im Grünen. Und wenn es der Stadtpark ist – Natur ist überall.

Unsere Mutter Erde ist für alle ihre Kinder da. Wir müssen nur wieder lernen, die Augen für sie zu öffnen und ihrer unendlichen Liebe folgen. Hört sich spirituell an – ist es auch. Was unseren Körper und unsere Seele wieder heilen kann, ist ganz eindeutig die tiefe Verbindung zu unserer Erde… die ist uns nämlich abhanden gekommen in den letzten Jahrhunderten.

Lassen wir die natürlichen Phasen der Regeneration zu, werden wir voller Kraft und Lebensfreude an unsere Taten gehen. Leben wir wieder ein bisschen mehr die nährende, weibliche Seite und lassen in all unser Tun Liebe und Ruhe einfließen.

Das wünsche ich mir, für mich, für dich und für diesen ganzen großen Organismus ❤

Mit ganzem Herzen

Anke

 

 

 

4 thoughts on “Was die Natur uns gibt

  1. Mein Herz pulsiert, weil du mir aus der Seele sprichst ❤

    Genauso ist der Mond ein Vorbild für uns, wenn er sich bei Neumond zurückzieht und nicht sichtbar ist und bei Vollmond in totaler Größe leuchtet. So fühle ich auch, wie wichtig es ist, sich in der Menstruationsphase zurückzuziehen und zur Zeit des Eisprungs Ideen in die Tat umzusetzen.

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    1. Ja. Du sprichst hier etwas ganz wichtiges an. Gerade wir Frauen sind so tief mit dem Mond und seinen Zyklen verbunden. Vor einigen hundert Jahren war das ein ganz „normales“ gängiges und anerkanntes Wissen. Heute weiß die Frau durch Pille & Co. oft noch nicht einmal wo sie sich in ihrem Zyklus befindet und schon gar nicht, dass dieser tatsächlich so stark mit dem Mond zusammenhängt. Dabei ist dieses Wissen darum so heilsam für die Weiblichkeit und das Wohlbefinden einer jeden Frau!

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  2. Liebe Anke, dein wunderbarer Text erreicht mir genau zur richtigen Zeit.
    Um endlich mal wieder innezuhalten und immer wieder neue Kraft zu schöpfen.
    Wenn die Natur sich im Herbst langsam immer weiter in sich zurückzieht und dann
    im Frühjahr wieder zu neuem Leben erwacht, bin ich mir dessen wohl bewusst.
    Es braucht diese Zeiten des Rückzugs in sich selbst um mit neuer Kraft wieder aus sich
    hervor zu gehen. Und du hast so Recht, in der heutigen Zeit wird eine immer gleich bleibende
    Kraft, Produktivität etc. gefordert. Das entspricht aber eben nicht unserer Natur.
    Ohne Rückzugsmöglichkeit und Zeit zum Kraft- Sammeln können wir langfristig nicht gesund bleiben.
    Das ist ein Prozess, den ich gerade mal wieder sehr zu spüren bekomme……
    Danke für dein „Erinnern“ daran, liebe Anke und eine herzliche Umarmung
    Milka

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    1. Oh danke liebe Milka. Dein Kommentar erreicht mich ganz tief. Mir geht es auch immer wieder so, dass ich mich an diese Zyklen erinnern muss. Das gilt es glaube ich einfach zu trainieren. Sich diese Ruhe zu „erlauben“ und sich nicht von dem äußeren Druck drängen zu lassen. Ich höre in deinen Nachrichten, wie du dir immer näher kommst. Das ist so schön! Eine liebe Umarmung für dich zurück ❤
      Anke

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