Sich unwohl in einer Situation oder einem Ort zu fühlen, ist nicht nur durch die äußeren Umstände hervorgerufen, sondern immer auch, weil wir uns nicht sicher in uns selbst fühlen.

Sind wir innerlich heil und friedlich, kann im Außen vieles passieren. Wir sind in uns sicher, einfach weil wir uns selbst vertrauen und auf positive Ausgänge vertrauen können.

Bei mir ist das leider bis heute nicht so. Mein Herz, das kleine Kind in mir, hat Wunden, die noch immer aufreißen. Vor allem in bestimmten Lebenssituationen. Lange Zeit dachte ich, ich habe so viel mit mir gearbeitet und bin mir selbst um so vieles näher gekommen, dass ich auch mein Herz von diesen alten Ängsten und Mustern geheilt habe.

Vor kurzem kam ich aber in eine Situation, die generell betrachtet überhaupt nicht tragisch war, für mich aber ein Sicherheitszusammenbruch bedeutet hat. Ich wollte mit meiner Tochter ein paar Tage an die Mosel. In einer Ferienwohnung übernachten und tagsüber die Gegend erkunden.

Ich dachte, ich kann alleine in den Urlaub fahren. Ich brauche keinen anderen Menschen als Anker. Ich dachte, ich könnte alles alleine tragen, egal wie anstrengend meine 1 1/2 jährige Tochter wäre und auch egal welche Umstände sich ergeben würden.

Da saß ich dann, in einer Ferienwohnung im schönsten Urlaubsgebiet. Erst machte sich mein Körper mit Kopfschmerzen und mein Geist mit nörgelnden Gedanken breit.

Dann habe ich mein Herz gespürt. Mir war so zum Weinen zumute. Ich wollte so gerne nach Hause und irgendwie zu einem Menschen der mich Hält. Aber den gibt es nicht. Ich bin Erwachsen. Die Gefühle die da hoch kamen waren von meinem 7-jährigen Ich, dass nächtelang weinend bei seinem Papa mit seiner neuen Frau saß und sich alleine gefühlt hat. Gesagt hat dieses Ich nichts, weil es niemanden enttäuschen wollte. Und so ist aus diesen Jahren der Hilflosigkeit und des verzweifelten, heimlichen Weinens ein „Trauma“ entstanden.

Ich schleppe diese Last mein Leben lang mit mir herum. Was kann ich dagegen tun? Ich weiß es. Ich bin auf dem Weg. Ich heile mein Herz. Indem ich sanft mit mir bin. Mitgefühl für mich selbst und andere empfinde. Indem ich mich vielleicht erst einmal nicht mehr in solche Situationen absichtlich hineindränge.

das herz heilen

Der erste Schritt das Herz zu heilen ist, sich zu öffnen. Den Schmerz zu spüren. Die Wunden zu zulassen, um eine Heilung möglich zu machen.

Als nächstes können wir nachspüren, woher die Wunden kommen. Wir wissen oft intuitiv, was hinter unseren irrationalen Reaktionen auf bestimmte Situationen steckt.

Dann können wir uns dafür öffnen, nochmal hinein spüren und uns vielleicht vorstellen, dieses Ich in der Vergangenheit in den Arm zu nehmen. Es ist okay sich so zu fühlen. Alles darf sein. Die Heilung des Herzens braucht Zeit und Liebe.

Ich möchte in den nächsten Wochen noch mit einer Technik arbeiten meinem Herzen Offenheit, Mitgefühl und Sicherheit zu schenken. Ich werde davon berichten, wie es mir damit geht.

Das Wichtigste scheint mir aber zu sein, sich selbst für diese alten Muster und Wunden nicht zu verurteilen, sondern sie liebevoll anzunehmen. Heilung kann geschehen, aber nicht durch hinzufügen weiterer „Bestrafungen“ oder Wunden.

Sondern durch Liebe ❤

Diese möchte ich euch senden – und den Mut an die Wunden des Herzens zu gehen, um zu heilen!

 

Anke

2 thoughts on “Das Herz heilen

  1. Liebe Anke, sehr berührend, wie du von deinen eigenen Verletzungen berichtest.
    Zumindest virtuell würde ich dich gerne mal ganz vorsichtig in die Arme nehmen
    und möchte dir viel Kraft auf deinem weiteren Heilungsweg wünschen.
    Wenn du magst, schau dir doch mal folgendes Buch an: „Herzintelligenz “ von Susanne Marx.

    Mir hilft es gerade sehr!
    Alles Liebe und viel Licht schickt dir
    Milka

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar. Ja, jeder schleppt so ein Päckchen mit sich rum. Und es gibt vieles was wir tun können, um das Herz von immer mehr Ballast zu befreien. Das Buch bzw. die Technik die dort kompakt beschrieben wird kenne ich. Danke! Ich schicke dir eine liebe Umarmung zurück ❤

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