Leicht und vertrauensvoll durchs Leben gehen, sich dem Rhytmus des Universums hingeben und mit mutigem, erfülltem Herzen leben. Das entspricht unseren tiefsten Wünschen und auch eigentlich unserer „Natur“.

Jetzt ist es aber so, dass wir seit einigen Jahrzehnten ziemlich weit entfernt von der Natur leben. Eigentlich sind wir ein Teil der Erde, wie die Pflanzen und Tiere um uns herum auch. Diese leben noch ganz einfach im „Moment“ und lassen sich vertrauensvoll auf die Zyklen und Begebenheiten der Natur ein. Der Mensch aber lebt in seinem Kopf, mal in der Vergangenheit, mal in der Zukunft. Oft sogar mit angstvollen Gedankengebilden oder hadernden Worte für das Geschehene. Unser Geist will alles kontrollieren. Unser Gesellschaftssystem hat ein festes Korsett geschnürt aus Kontrolle, Begutachtung, Absicherung und Regeln – natürlich um sich selbst – den Mensch zu schützen :-). Vor allem wir Deutschen sind darin ganz besonders engagiert.

Ich habe mich lange gefragt, was mir fehlt. Warum ich soviel Angst habe und warum ich, obwohl ich so schöne Träume für mein Leben habe, einfach nicht losgehen kann. Ich war wie erstarrt in meinen Unsicherheiten. Eines Abends stand ich am Fenster und beobachtete am Himmel die Kraniche, die in Richtung Süden aufgebrochen waren. Zusammen mit ihren lauten Rufen, hallte ein Gedanke immer wieder in meinem Kopf herum. „Dem Leben vertrauen schenken, ist der einzige Weg, frei zu sein“!

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So, aber wie lernen wir wieder, vertrauensvoll immer einfach nur den nächsten Schritt zu leben? Vor allem nach einer Krankheit oder einer schwierigen Phase im Leben sind wir in unserem Ur-Vertrauen ins Leben erschüttert. Das weiß ich nur zu gut. Wir haben das Gefühl, noch nicht einmal mehr unserem Körper und unseren Empfindungen vertrauen zu können. Das ist auch völlig verständlich – aber eben nicht gesund.

Ich habe einen Weg zurück ins Vertrauen gefunden. Ich möchte ihn gerne mit dir teilen:


Ängste kennenlernen, annehmen und überwinden

Der erste Schritt, sich einem „Anvertrauen“ ans Leben zu nähern ist, sich mit seinen Ängsten und Befürchtungen „vertraut“ zu machen. Hinzuschauen, wenn sich angstvolle Zukunftsgedanken breit machen. Was ist es, das mich gerade so beunruhigt? Und dann die wichtigste aller Fragen zu stellen:

Ist der Gedanke wahr? Kann ich mir zu 100% sicher sein, dass es so eintritt? Meistens müssen wir uns das mit Nein beantworten. Und schon wiegt die Angst ein kleines bisschen weniger.

Das was noch übrig ist an Befürchtungen, darf einfach da sein. Es ist in Ordnung, dass ich mich gerade so fühle. Aber kann ich vielleicht einen kleinen Versuch wagen, es trotzdem zu tun? Wenn wir, und sei es nur eine noch so kleine Sache, uns unserer Angst gestellt haben, werden wir mit einem Katapult voll Glücksgefühle überschüttet. Diese Erfahrung wird uns weiter tragen, immer wieder solch einen mutigen Schritt zu tun. Ängste überwinden und Vertrauen zurückgewinnen ist ein Prozess.

Und der Weg ist dabei das Ziel <3.

Positive Affirmationen

Wie sprichst du mit dir selbst? Höre mal genauer hin. Beobachte deine Gedanken und achte vor allem auf die Wortwahl in den Situationen, in denen du in Ängsten oder Befürchtungen versunken bist.

Bei mir war das ein ganz großer Faktor. Meine Sprache war voller Worte wie: unsicher, Angst, nicht können, Panik, Befürchtung, alleine sein, ohnmächtig etc. Als ich anfing, mich mit positiven Affirmationen (wenn dich das interessiert suche mal nach: Louise L. Hay :-D) zu beschäftigen und diese in meinen Alltag einzubauen, ist mir erst aufgefallen, wie schwer es mir fiel, mich von meinem „Unsicherheitsdenken“ weg zu bringen. Ich fühlte mich, als würde ich mir selbst Lügen vorbeten, wenn ich in Gedanken wiederholte: –Ich darf mein Leben in Leichtigkeit leben- oder -Für mich ist immer gesorgt, ich darf Vertrauen ins Leben haben-!

Und doch. Nach einigen Wochen trugen die Veränderungen in meinem Plappergeist Früchte. Ich bekam Lust Ausflüge und Dinge zu unternehmen, vor denen ich fürchterliche Angst hatte oder für viel zu riskant mit einer kleinen Tochter hielt.

Ein bisschen Arbeit in ein positives Mindset wirkt Wunder. Vertrauen zu finden fängt im Kopf an.

Kontrolle loslassen

Woher weiß der Kranich, dass er einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt losfliegen muss und er dann in ein wärmeres Gefilde kommen wird, um eine gute Zeit zu verbringen, mit gutem Essen und in Sicherheit?

Er vertraut dem Leben und seinen eigenen Instinkten. Er fliegt, mit dem Vertrauen, dass er mit jeder Situation die kommt, zurecht kommen wird und dass alles richtig läuft, genau so, wie es eben geschieht.

Wir Menschen haben das Gefühl, wir könnten damit, dass wir uns bestimmte Situationen ausmalen und im Kopf schon mal durchleben, den Ausgang der Situationen kontrollieren. 😀 absoluter FAIL. Das können wir nicht.

Es ändert nicht das geringste, wenn ich mir zum Beispiel meinen ersten Arbeitstag in einer neuen Firma angstvoll ausmale, bis ins kleinste Detail immer und immer wieder den Fahrtweg und das erste Ankommen durchspiele. Am Tag selbst klappt auf einmal alles reibungslos und unverhofft ist unter den neuen Kollegen eine ehemalige Schulkameradin. Oder die Bahn streikt an dem Tag und ich komme viel zu spät, woraufhin ich gleich ein Gesprächsthema habe, oder oder oder….! You never know! Und das ist auch gut so. Das nächste mal, wenn du merkst, dass du eine Situation der Zukunft durchspielst, denke an den Kranich – der vertrauensvoll ins Leben fliegt – es gibt nichts zu kontrollieren.

Lass einfach ab und zu mal los :-).

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du nach und nach aus deinem Herzen heraus neues Vertrauen ins  Leben zurück gewinnst. Lass dir Zeit und gehe die Schritte mit Freude.

 

Bildquelle: M. Hermsdorf und Peter Fenge

One thought on “Vertrauen ins Leben

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